Kreta und die minoische Kultur

Kreta

  • ist die größte griechische Insel ( 8.661,183 km² )

  • ist die fünftgrößte Insel im Mittelmeer
  • heutige Hauptstadt ist Iraklio

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Die minoische Kultur

DIe antike Kultur Kretas wurde nach dem mythischen König Minos benannt.
Sie war mit eine der ersten Hochkulturen in Europa und existierte von 3100v.Chr. -1100v.Chr..
Sie wurde in verschiedene Epochen unterteilt:
Periodisierungen nach Evans und Platon

Arthur Evans
Nikolaos Platon
traditionelle Chronologie
Frühminoisch
Vorpalastzeit

FM I
3100–2700 v. Chr.
FM II
2700–2200 v. Chr.
FM III
2200–2000 v. Chr.
Mittelminoisch


MM I A
2000–1900 v. Chr.
MM I B
Altpalastzeit
1900–1800 v. Chr.
MM II
1800–1700 v. Chr.
MM III A
Neupalastzeit
1700–1600 v. Chr.
MM III B
1600–1550 v. Chr.

Spätminoisch


SM I A
1550–1520 v. Chr.

SM I B
1520–1430 v. Chr.

SM II
Nachpalastzeit
1430–1400 v. Chr.
SM III A
1400–1330 v. Chr.

SM III B
1330–1200 v. Chr.

SM III C
1200–1100 v. Chr.

Subminoisch



Die Vorpalastzeit

  • ca. 3100-2000v.Chr
  • geprägt durch starken Bevölkerungswachstum
    • durch Sekundärproduktrevolution ( das nutzen eines Tiers zu mehreren Zwecken ) [ Frühminoisch I ]
    • durch bessere Landwirtschaft ( häufigerer Anbau von Feldfrüchten wie Oliven und Trauben ) [ Frühminoisch II ]
  • Siedlungen waren meist Dörfer, in denen 25 - 50 Personen lebten
  • zur Verteidigung wurden die Häuser aneinandergebaut
  • Keramikproduktion wird verbessert
  • Metallverarbeitung beginnt
  • Während der Frühminoisch III Phase ist die Bevölkerung stark zurück gegangen
  • gehandelt wurde oft mit Ägypten, dem Vorderen Orient und den Kykladeninseln



Die Altpalastzeit

  • ca. 2000-1700 v.Chr.
  • es entstehen die ersten Gebäudekomlexe und Paläste, die sich um einen zentralgelegenen Hof gruppieren
  • Hauptaufgabe der neuen Gebäude waren wohl Verwaltungsarbeit
  • außerdem dienten sie als Handelsplätze
  • die Paläste waren auch Sitz einer religiösen und politischen Elite
  • erstmals entstehen Städte mit Trinkwasser- und Abwassersystemen
  • im 17. Jahrhundert werden viele Paläste durch ein Erdbeben zerstört, jedoch schnell wieder aufgebaut

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Trümmer vom Palast in Knossos
http://www.explorecrete.com/archaeology/images/knossos02.jpg


Die Neupalastzeit

  • ca. 1700-1400 v.Chr.
  • diese Periode zeichnet sich durch eine hochentwickelte Architektur aus
  • es entstehen viele wichtige Gebäude, die Villen genannt wurden, weil sie keinen Zentralhof hatten ( z.B. die Villa von Agia Triada nahe bei Phaistos )
  • um 1430 v. Chr ist anhand Spuren von Bränden und Zerstörung die Eroberung durch das mykenische Festland festzustellen



Die Nachpalastzeit

  • ca. 1400 - 1100 v.Chr.
  • minoische Kultur und mykenische Kultur vermischen sich
  • typisch minoische Elemente bleiben auf Kreta jedoch erhalten
  • Kreta wird von mykenischen Herrschern vom Palast in Knossos aus regiert
  • Die Geschichte Kretas zwischen 1100 und 750 v.Chr., genannt die "Dunklen Jahrhunderte" , ist unklar


Theorien über den Untergang


  • Der untergang der Minoer ist rätselhaft
  • es gibt viele Spekulationen für den Untergang der kretominoischen Kultur:
    • Vulkanausbruch
      • James Baikie veröffentlichte 1910 ein Buch, in dem der Ausbruch der Vulkaninsel Thera (Santorin) dafür verantwortlich gemacht wird
      • Spyridon Marinatos ( ein griechischer Archäologe ) veröffentlichte seine Theorie, wonach der Ausbruch um 1500 v.Chr. die minoischen Küstenstädte zerstört hat
      • jedoch sind diese Theorien widerlegt, da die Minoer noch ca. 100 Jahre nach dem Ausbruch existierten
      • langfristige Schäden und Auswirkungen durch den Vulkan sind jedoch nicht ausgeschlossen
        • z.b könnte es sein, dass der Handel durch die Zerstörung der Insel Thera stark beeinflusst war, da die Schiffe dort nicht mehr rasten konnten und der direkte Weg zu den Handelspartnern zu lang war
    • schwere Erdbeben
    • innere Unruhen
    • militärische Eroberung



Bevölkerung


  • Kreta war damals sehr dicht besiedelt
  • jedoch waren die Städte deutlich kleiner als die modernen


Κρήτη τις γαῖ’ ἔστι μέσῳ ἐνὶ οἴνοπι πόντῳ,
καλὴ καὶ πίειρα, περίρρυτος· ἐν δ’ ἄνθρωποι
πολλοὶ ἀπειρέσιοι, καὶ ἐννήκοντα πόληες· -
ἄλλη δ’ ἄλλων γλῶσσα μεμιγμένη· ἐν μὲν Ἀχαιοί,
ἐν δ’ Ἐτεόκρητες μεγαλήτορες, ἐν δὲ Κύδωνες
Δωριέες τε τριχάικες δῖοί τε Πελασγοί· -
τῇσι δ’ ἐνὶ Κνωσός, μεγάλη πόλις, ἔνθα τε Μίνως
ἐννέωρος βασίλευε Διὸς μεγάλου ὀαριστής,

Kreta ist ein Land im dunkelwogenden Meere,
Fruchtbar und anmutsvoll und ringsumflossen. Es wohnen
Dort unzählige Menschen, und ihrer Städte sind neunzig:
Völker von mancherlei Stamm und mancherlei Sprachen. Es wohnen
Dort Achaier, Kydonen und eingeborene Kreter,
Dorier, welche sich dreifach verteilet, und edle Pelasger.
Ihrer Könige Stadt ist Knossos, wo Minos geherrscht hat,
Der neunjährig mit Zeus, dem großen Gotte, geredet.
Ein Gedicht Homers ( Dichter und Autor , Bekannte Werke von ihm sind Die Odyssee und die Ilias ), welches die Bevölkerung auf Kreta beschreibt.



Kunst und Handwerk

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Minoische Siegel


Keramik


  • gibt es auf Kreta schon seit der Jungsteinzeit
  • in den verschiedenen Epochen sind sehr viele Stile verwendet worden
    • z.b der Pygros-Stil, Agios Onouphrios-Stil, Vassiliki-Stil und weiter

Sprache und Schrift


  • Ältestes Zeugnis für den Gebrauch von Schrift ist in der Mittelminoischen I Phase in Archanes zu finden (Siegel)
  • Später ist ein hieroglyphisches System und die Linearschrift A vorherrschend
  • von der Linearschrift A leitete sich später die Linearschrift B ab


Außenbeziehungen


  • Die Minoer waren geschickte Seefahrer
  • Antike Autoren sprachen von einer Meeresherrschaft
  • König Minos hatte die erste Seemacht im Mittelmeer
  • Eine enge Beziehung bestand zu Ägypten

Der Mythos von Minotaurus

Minos, König der Insel Kreta, bat den Meeresgott Poseidon um einen besonders schönen und kräftigen Stier, um ihn dem Gott zu opfern.

Poseidon erhörte den Wunsch und ließ dem Meer ein solches Tier entsteigen. Minos war von dessen Schönheit jedoch so verblendet, daß er beschloß, den Stier selber zu behalten und dem Gott einen anderen zu schlachten.

Zur Strafe für den Wortbruch verhexte Poseidon die Frau des Minos:
Königin Pasiphaë. Sie verliebte sich in den Stier und beauftragte den Hofkünstler
Daidalos, eine hölzerne, innen hohle Kuh zu bauen und mit Fell zu bespannen. Dann stieg sie in
die Kuh hinein, dem Stier gefieldas Kunstwerk und er besprang es. Neun Monate später gebar die Königin ein
Kind, den Minotauros, ein Ungeheuer, halb Mensch, halb Stier. Dieses wuchs heran, wurde groß und stark und fraß am liebsten Menschen.
Damit der Minotaurus keinen Schaden anrichten könne, ließ der König seinen Baumeister Daidalos ein Labyrinth errichten, aus dem das Ungeheuer nicht
entkommen konnte.

Zur Fütterung des Minotauros ließ Minos alle 9 Jahre je 7 Mädchen und Jungen aus der von ihm unterworfenen Stadt Athen nach Kreta kommen. Die warf er dem Ungeheuer zum Fraß vor.

Unter den Jugendlichen befand sich einmal Theseus, der Sohn des Meergottes Poseidon und Stiefsohn des Königs von Athen. Ariadne, die Tochter des Königs Minos, verliebte sich in ihn und half ihm, das Untier im Labyrinth zu töten. Damit Theseus wieder aus dem Labyrinth herausfand, gab sie ihm einen langen Faden, mit dem er seinen Weg markierte.

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http://www.dillum.ch/html/hercules_minotaurus.gif


Die Sage von Dädalus


Dädalus war ein Nachfahre des Gottes Hephaistos und ein begnadeter Techniker. Doch er war auch sehr eifersüchtig: Als sein Schüler die Säge erfand, stürzte er diesen vom Dach...
Um sich nicht vor dem Gericht in seiner Heimatstadt Athen verantworten zu müssen, floh er mit seinem Sohn Ikarus nach Kreta.

Dort baute er für König Minos das sagenhafte Labyrinth ohne Ausgang - doch er erfand auch eine mechanische Kuh für die Frau des Königs, denn diese hatte sich in einen Stier verliebt. Aus dieser Liebe zwischen Frau und Stier ging der Minotaurus hervor, der halb Tier, halb Mensch war.

Als König Minos von allem erfuhr, sperrte er das Ungeheuer in das Labyrinth und verbot Dädalus und Ikarus, die Insel zu verlassen.
Aber die beiden wollten fliehen und ersannen einen Plan: Weil Minos alle Schiffe kontrollierte, wollten die beiden sich Flügel bauen und durch die Luft fliehen.

Als der Tag der Flucht gekommen war, stieg Dädalus mit seinem Sohn auf einen hohen Felsen nahe dem Meer und schärfte Ikarus noch einmal ein, ja nicht zu hoch (die Sonne könnte das Wachs schmelzen, mit dem die Federn an den Flügeln befestigt waren) oder zu tief (die Gischt des Meeres könnte seine Flügel durchnässen) zu fliegen.
Dann flogen die beiden los und waren bald schon über dem offenen Meer. Der junge Ikarus genoß das Fliegen und stieg übermütig immer höher in den Himmel hinauf.

Doch dann geschah es: Er kam der glühenden Sonne zu nahe und was sein Vater prophezeit hatte, trat ein. Ikarus verlor seine Federn, stürzte tief hinab ins Meer und ertrank. Die Insel, auf der man später seinen angespülten Leichnam fand, heißt heute noch ihm zu Ehren "Ikaria".

Dädalus trauerte sehr um den Verlust seines Sohnes, gelangte aber wohlbehalten nach Sizilien, wo ihn der König Kokalos freundlich empfing. Kokalos beschützte ihn später auch vor Minos, der seinen entflohenen Techniker zurückholen wollte.
So lebte Dädalus noch lange und machte noch viele große Erfindungen.


http://www.dorel.de/images/ikarus.jpg


Quellen:


http://de.wikipedia.org/wiki/Minoische_Kultur
http://de.wikipedia.org/wiki/Kreta
http://www.planetenkrieger.de/mythen/sagen/daedalus.html
http://www.winckelmann-gesellschaft.de/labyrinthgarten/die+sage+vom+minotaurus.htm

Vortrag: