Die Zwölftafelgesetze und das Römische Recht


Das Zwölftafelgesetz
  • ist eine um 450 v. Chr. in Rom entstandene Gesetzessammlung, die in zwölf hölzernen Tafeln auf dem Forum Romanum ausgestellt war.
  • beim Sturm der Gallier auf Rom 387 v.Chr. wurden die Tafeln zerstört, doch sind einige der Gesetzestexte in späteren Quellen enthalten.
  • Das Zwölftafelgesetz hatte großen Einfluss auf die weitere Entwicklung des römischen Rechtes.


Allgemein:
  • Die Schaffung des Zwölftafelgesetzes markiert den Höhepunkt der frühen Auseinandersetzungen zwischen Patriziern und Plebejern in der Römischen Republik.
  • In der nachfolgenden Zeit wurden sie vielfach ergänzt und ausgebessert.
  • Die 12 Tafeln waren inhaltlich auf die Bedürfnisse des damaligen Agrarstaates zugeschnitten. Sie enthielten unter anderem Regelungen bezüglich Prozessordnung, Vollstreckung, Erb-, Anwender-, Ausländer-, Nachbarschafts-, Verpflichtungs-, Verkehrs- und Deliktsrecht. Dabei nahmen die Regelungen von Zivilprozessen den breitesten Raum ein.

Die Zwölftafelgesetze

TABVLA I (Zivilprozesse)


  • Wenn jemand zu Gericht gerufen wird, soll er gehen. Geht er nicht, soll er einen Zeugen nennen. Erst wenn er das nicht tut, soll er festgenommen werden.

  • Wenn er sich drückt oder flieht, soll er festgenommen werden. Sind Krankheit oder Alter ein Hindernis, soll er eine Trage erhalten. Sie soll nicht abgedeckt sein, wenn er dies nicht wünscht.

  • Nur ein Grundbesitzer kann Bürge für einen Grundbesitzer sein. Jedoch kann jeder Bürger Bürge für einen Proletarier sein.

TABVLA II (Zivilrecht)
  • ... schwere Krankheit ... ansonsten einen Tag vereinbart mit dem Gegner ... ist dies ein Hindernis für den Richter oder eine Partei muss das Verfahren an diesem Tag enden

  • Wer von einem Abwesenden eine Zeugenaussage sucht, soll jeden dritten Tag vor seiner Tür klagen.

TABVLA III (Schuldrecht)


  • Einer Person, die gesteht, Geld zu schulden, oder dazu verurteilt wurde, müssen 30 Tage gegeben werden um die Schuld zu bezahlen.

  • Gegen einen Feind gilt das Eigentum ewig.


TABVLA IV (Famillenrecht)
  • Ein offensichtlich verstümmeltes Kind muss umgehend getötet werden.- Verkauft ein Vater seinen Sohn drei mal in die Sklaverei, so soll der Sohn frei von seinem Vater sein.

TABVLA V (Erbrecht)


  • Stirbt eine Person ohne Testament und ohne Erben, soll der nächste männliche Verwandte in das Erbe eintreten. Existiert kein naher männlicher Verwandter, sollen die Stammesmänner erben.
  • -Wird jemand geisteskrank, soll der nächste männliche Verwandte die Verfügungsbefugnis über dessen Besitz haben

TABVLA VI (Sachenrecht)


  • Verpflichtet sich oder manzipert jemand mündlich, soll dies rechtsgültig sein.

  • -Niemand darf Balken von Gebäuden oder Weingärten entfernen.

TABVLA VII (Immobilien)


  • Baue Straßen; werden sie vernachlässigt, können Straßenbenutzer ihr Vieh treiben wo immer sie wollen.

  • Wenn Regenwasser schadet ... soll er vom Richter dazu verurteilt werden, den Schaden zu beheben.

TABVLA VIII (Schadenersatzrecht)



  • Wenn jemand einen anderen verstümmelt, und nicht Genugtuung leistet, ist gleiche Vergeltung gerechtfertigt.

  • Jemand, der eines anderen Knochen mit der Hand oder dem Prügel bricht, muss 300 Sesterzen zahlen. Für einen Sklaven 150. Für harmlose Verletzungen 25.

  • Wenn ein Patron seinen Klienten betrügt, soll dieser rechtlos sein.

TABVLA IX (Verfassungsgrundgesetze)


  • Wird ein offiziell ernannter Richter oder Schiedsmann der Annahme einer Bestechung für eine Entscheidung für schuldig befunden, ist die Strafe der Tod.

  • Hochverrat: wer einem Staatsfeind Beihilfe leistet oder einen Bürger einem Staatsfeind übergibt, wird mit dem Tode bestraft.

  • Das Töten egal welcher Person, wofür auch immer sie verurteilt wurde, ist verboten.

TABVLA X (Bestattung)


  • Tote dürfen in der Stadt weder eingeäschert noch begraben werden.

  • Gewinnt jemand einen Preis, oder sein Sklave oder Vieh für ihn, ...


TABVLA XI (Eherecht)


  • Ehen zwischen Plebejern und Patriziern sind verboten.

  • Männer der Armee dürfen nicht heiraten, bis die Ausbildung vorbei ist.

TABVLA XII (Verbrechen)


  • Wer eine falsche Behauptung aufstellt, soll vor drei Richter gestellt werden, und auf das Doppelte verurteilt werden.

Römisches Recht
  • bezeichnet man zunächst das Recht, das in der Antike in der Stadt Rom und später im ganzen römischen Weltreich galt.
  • Die im Corpus Iuris Civilis gesammelten Quellen des antiken römischen Rechts wurden im Mittelalter vornehmlich in Bologna wiederentdeckt und bis ins 19. Jahrhundert in den meisten Staaten Europas als maßgebliche Rechtsquellen betrachtet.
  • Daher kann man auch die Rechtsordnung, die im Mittelalter und in der frühen Neuzeit auf dem europäischen Kontinent galt, als römisches Recht bezeichnen.
  • Während viele andere Errungenschaften der Antike ursprünglich von den Griechen stammen und von den Römern nur übernommen wurden, ist das römische Recht eine originäre Schöpfung der Römer ohne griechische Vorbilder.

Warum ist das römische Recht heute noch wichtig?

Das römische Recht ist heute durch moderne Kodifikationen ersetzt. Diese Kodifikationen haben aber nicht völlig neues Recht geschaffen, sondern über weite Strecken nur die übrlieferten römischen Rechtsregeln in einem systematisch aufgebauten Gesetzbuch zusammengefaßt. Ganz besonders trifft dies für das BGB zu. Um das BGB zu verstehen ist es daher von großem Nutzen, die gemeinrechtlichen Fundamente zu kennen, auf denen es steht.

Das römische Recht war zunächst ein aus langjähriger Übung entstandenes Recht (sogenanntes Gewohnheitsrecht) ohne geschriebene Gesetze. Die frühen Rechtsgeschäfte entsprangen wohl dem sakralen Bereich und lehnten sich stark an die religiöse Praxis der Auguren, den Priestern der altrömischen Religion, an. Sie trugen daher kultische Züge, waren ritualisiert und basierten auf Spruchformeln.
Den Machtkämpfen zwischen den Patriziern und Plebejern entsprang schließlich eine durch die sog. Dezemvirn („Zehnmänner“) erfolgte Aufzeichnung einer allgemein gültigen Regel, die ausschließlich Quiriten, also römische Vollbürger schützte. (Die Bezeichnung „Quiriten“ für römische Bürger leitet sich vom Kriegsgott Janus-Quirinus ab). Diese Regel ging als Zwölftafelgesetz oder ius civile in die Geschichte ein. Die Aufzeichnungen erfolgten in der Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. und wurden in Form von zwölf Holztafeln (nach anderen Quellen: 12 Kupfertafeln) auf dem forum romanum aufgestellt. Der Originaltext ist nicht überliefert. Einige Fragmente findet man bei Ulpian, Gaius und Cicero.


Quellen:

[[http://rompedia.wikia.com/wiki/Zwölftafelgesetz|http://rompedia.wikia.com/wiki/Zw%C3%B6lftafelgesetz]]
[[http://de.wikipedia.org/wiki/Zwölftafelgesetz|http://de.wikipedia.org/wiki/Zw%C3%B6lftafelgesetz]]
[[http://de.wikipedia.org/wiki/Römisches_Recht|http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_Recht]]
http://archiv.jura.uni-saarland.de/Rechtsgeschichte/Ius.Romanum/RoemRFAQ.html
http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_Recht